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Übergriffe in Aachen - Anmerkungen von BAFF

In den letzten Wochen ist bei DFB und DFL die „Gewalt beim Fußball“ das vorherrschende Thema. Um einen vermeintlichen Anstieg dieser Gewalt zu dokumentieren, wird auf zweifelhafte Statistiken der ZIS (Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze) des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste zurückgegriffen.

Bei einem „Runden Tisch“ mit Vertretern von Staat und Fußballverbänden wird zum wiederholten Male auch die Wichtigkeit des Dialogs mit den Fans betont.

 

Die zu diesem „Runden Tisch“ im Übrigen nicht eingeladen waren. Anfang Februar wird der Sportausschuss des Deutschen Bundestages eine öffentliche Anhörung zum Thema durchführen. Zuletzt benannte DFL-Präsident Rauball nach einem Blick in die Kristallkugel die Gewalt beim Fußball als das zentrale Thema für die nächsten zehn Jahre.

Die Einseitigkeit dieser Perspektive halten wir für fahrlässig.
Es ist natürlich deutlich bequemer, Regeln aufzustellen und Freiheiten einzuschränken als in Nachhaltigkeit zu investieren.
Es ist ebenfalls sehr bequem, alles unter den Oberbegriff „Fußballgewalt“ zu fassen und sich nicht um Hintergründe und Zusammenhänge zu kümmern.
Ebenso bequem, wie das Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung zwar auszurufen, die Verantwortung für Durchsetzung und Finanzierung aber an die Vereine zu delegieren, die oft genug selbst kein Interesse an politischen Themen dieser Art haben.

Fanszenen, die sich gegen Diskriminierung positionieren und dazu arbeiten, werden vereinsintern häufig als lästig empfunden oder sogar von anderen Gruppen des gleichen Vereins angegriffen.
In Rostock sahen sich die „Unique Rebels“ nach Angriffen anderer HRO-Fans zur Auflösung gezwungen. In Bremen vergingen fast vier Jahre, bis die Verantwortlichen für den Überfall auf eine Feier der „Racaille Verte“ Stadionverbot erhielten. In Aachen wurden zuletzt während eines Spiels die „Aachen Ultras“ von Mitgliedern der „Supporters“ und der „Karlsbande“ angegriffen.
In allen drei Fällen waren Fangruppen betroffen, die sich dezidiert gegen Diskriminierung aussprechen und engagieren und zumindest in Bremen und Aachen sind unter den Angreifern Personen mit Kontakten in die Neonazi-Szene gewesen.

Statt verbaler Aufrüstung und Talkrunden, die außer Lippenbekenntnissen keine Resultate bringen, fordern wir also von DFB und DFL sowie von den Vereinen Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit.
Gut ausgestattete und langfristig gesicherte Fanprojekte und die Stärkung von Fangruppen mit antidiskriminierendem Selbstverständnis sind für den Kampf gegen „Fußballgewalt“ auf lange Sicht erfolgreicher als Zäune, Pfefferspray und Security.

 

 

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