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Duisburg: Erneuter Angriff rechter Hooligans auf antirassistische Ultras

 

 

PRESSEMITTEILUNG des Bündnisses aktiver Fußballfans e.V. / 21.10.2013

BAFF verurteilt den neuerlichen Angriff und fordert den Verein MSV Duisburg auf, sich öffentlich von den Gewaltaktionen zu distanzieren sowie für Maßnahmen zu sorgen, um weitere Übergriffe verhindern.

Unmittelbar nach dem Drittligaspiel am Samstag, den 19.10.2013, zwischen dem MSV Duisburg und dem 1.FC Saarbrücken griffen rechte Duisburger Hooligans der „Division Duisburg“ mit Unterstützung von Personen aus der neonazistischen Szene des Ruhrgebietes die als antirassistisch bekannte Ultragruppe „Kohorte“ an und verletzten mehrere ihrer Mitglieder.

Dieser Angriff ist bereits die dritte körperliche Attacke auf die Ultras allein in dieser Saison. Hinzu kommen diverse Fälle, bei denen es aufgrund der Präsenz von Polizei und Ordnungskräften bei Beleidigungen und Bedrohungen blieb.

 

Der zugrunde liegende Konflikt in der Fanszene ist in Fankreisen allgemein bekannt und dürfte auch für den MSV Duisburg keine Neuigkeit sein: Ganz normale antirassistische/antidiskriminierende Positionen, die für jeden Stadionbesucher eine Selbstverständlichkeit sein sollten, werden als "links" und somit den unpolitischen „Kurvenfrieden“ störend etikettiert. Eine perfide Taktik, die rechten Gruppen einen zunehmenden Einfluss in den Kurven überhaupt erst ermöglicht. Rechtsradikale Hooligans wollen ihre Sichtweise der gesamten Fanszene aufzwingen und versuchen, die einzige Gruppe, die sich offen dagegen wehrt, zu zerschlagen, auch mit körperlicher Gewalt. Zivilcourage wird immer wieder, auch von Vereinen und Verbänden,  gefordert; im Falle des Falles werden Fans, die sich nicht mit der Vorherrschaft von Nazis zufrieden geben, aber allein gelassen.

 

Die im Nachhinein von den Angreifern und ihren Unterstützern erfolgten „Begründungen“, warum die Angriffe geschehen seien, folgen überall einem ähnlichen Muster:  Da werden (körperlich) unterlegenen Gruppen von Hooligangruppierungen „Absprachen“ aufgezwungen. die dahingehend lauten, dass die antirassistisch agierenden Gruppen sich nicht mehr anti-diskriminierend im Stadion äußern sollen. Das sind allerdings keine Absprachen, sondern Erpressung.

Das unabdingbare Recht auf körperliche Unversehrtheit für alle Stadionbesucher muss im Interesses jedes Vereins und jeder Fanszene stehen. Diejenigen, die sich nicht an diese Selbstverständlichkeit halten wollen, müssen vom Verein MSV Duisburg dazu gebracht und unter Umständen von dessen Veranstaltungen – und somit von den Orten ihrer Gewalttaten – ferngehalten werden.

 

Der MSV befindet sich in einer kritischen Phase, in der es um das finanzielle Überleben des Vereins geht. Dies darf aber nicht dazu führen, dass andere Themen vernachlässigt oder totgeschwiegen werden. Ganz im Gegenteil, muss man sich diesbezüglich fragen, wie der Verein neue Sponsoren, Unterstützer und Fans gewinnen will, wenn sich innerhalb seiner Fankurve rechte Hooligans als Ordnungsmacht profilieren können.

Das Bündnis Aktiver Fußballfans sieht es als die Pflicht des Vereins MSV Duisburg an, alles ihm Mögliche zu unternehmen, um der Gesamtheit seiner Fans einen sicheren Stadionbesuch zu ermöglichen. Die inzwischen erfolgte öffentliche Distanzierung von Gewaltaktionen kann dabei nur der erste Schritt sein.

Für Rückfragen stehen wir natürlich zur Verfügung:

Martin Endemann

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