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BAFF-Pressemeldung: BAFF verurteilt Stadionverbot für Zivilcourage

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BAFF verurteilt Stadionverbote für Zivilcourage

Einige aktive Fans vom FSV Mainz 05 haben im vergangenen November
erfolgreich Zivilcourage gegen Neonazis gezeigt - und nun vom DFB gerade
dafür ein langjähriges Stadionverbot ausgesprochen bekommen.
Die Fans befanden sich auf dem Hinweg zum Bundesligaspiel 1. FC Köln gegen
den FSV Mainz 05 und trafen im Bahnhof Remagen dabei auf eine Gruppe
Neonazis, die ihrerseits auf dem Weg zu einer Neonazi-Kundgebung waren.
Bis zum Einschreiten der Polizei stellten sich die Mainzer Fans lautstark
und entschlossen den Nazis entgegen.


Im Anschluss wurden die Fans von einem Fanprojekt-Mitarbeiter sogar noch
für "ein deutliches Zeichen unserer Fans, wie man zu so einer Gesinnung
steht" gelobt. Umso erstaunlicher nun die langjährige
Stadionverbotsvergabe von dem DFB. BAFF-Sprecher Patrick Gorschlüter dazu:
"Auf der einen Seite spricht der DFB davon, dass der Kampf gegen Rassismus
und Diskriminierung bestärkt werden soll, auf der anderen Seite werden
aber gleichzeitig Stadionverbote ausgesprochen, wenn es Menschen nicht
wegschauen. Für uns ist dies eine nicht hinzunehmende Doppelmoral".

Dass dieser Vorfall kein Einzelfall ist, zeigen Beispiele aus der
Vergangenheit. Bereits im April 2010 erhielten Fans des FC Carl Zeiss Jena
langjährige Stadionverbote, als sie bei ihrer Rückreise vom Auswärtsspiel
in Ingolstadt im Zug die rechtslastige Musik einer Gruppe Neonazis aus
Thüringen unterbinden wollten. Auch Anhängerinnen und Anhängern aus der
Fanszene des SV Werder Bremen erteilte der DFB das selbe Schicksal,
nachdem es bei der Auswärtsfahrt zum Spiel bei Hertha BSC Berlin im August
2009 an der Raststätte Allertal, nördlich von Hannover, zu einer
Auseinandersetzung mit einer vierköpfigen Gruppe von Bundeswehrsoldaten
kam. Nach Augenzeugenberichten waren die vier Personen anhand ihrer
Kleidung und einschlägiger Tätowierungen zweifellos der rechten Szene
zuzuordnen. Als die Bremer Anhängerinnen und Anhänger die Kleingruppe
ansprachen, reagierte diese aggressiv auf die unbequemen Nachfragen. Nach
der anschließenden Auseinandersetzung wurde gegen sieben Bremer Fans ein
Strafverfahren eingeleitet und vom DFB ein dreijähriges Stadionverbot
verhängt. Davon waren nach Aussagen der Bremer Fanszene auch unbeteiligte
Personen betroffen.

BAFF zeigt sich solidarisch mit allen Fans, die Engagement gegenüber
Neonazis zeigen und sich ihren Aktivitäten in den Weg stellen.
Gleichzeitig fordert BAFF den DFB auf, seine Stadionverbotspraxis zu
überprüfen und die Zivilcourage aktiver Fans durch solche Strafen nicht im
Keim zu ersticken, sondern verstärkt zu fördern. "Der DFB sollte die
ausgesprochenen Stadionverbote gegen die Fans vom FSV Mainz 05
zurücknehmen und eigene Fehler eingestehen. Diese sind gerade vor dem
Hintergrund der immer wieder geforderten Zivilcourage geradezu skandalös",
so BAFF-Sprecher Patrick Gorschlüter.

Bündnis aktiver Fußballfans im Juli 2012

Weiter Infos zu BAFF unter www.aktive-fans.de
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BAFF e.V.
Postfach 1123
63401 Hanau

 

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